Das Mandat
Die Rektorenkonferenz der Schweizer Universitäten hat vom Bund das Mandat übernommen, die schweizerische Beteiligung am Mobilitätsprogramm ERASMUS (Abkürzung für European Community Action Scheme for the Mobility of University Students) der EU zu koordinieren. Sie beherbergt die Informations- und Koordinationsstelle ERASMUS Schweiz (IKES), welche die Programmkoordination übernommen hat und als Nationale Agentur (NA) amtet. Die IKES führt trotz des formellen Ausschlusses der Schweiz aus dem Nachfolgeprogramm SOKRATES die Koordinations- und Finanzierungsaufgaben im Rahmen der Uebergangsmassnahmen für eine Weiterführung der bilateralen Austauschaktivitäten ab 1996/97 weiter. Diese Übergangsmassnahmen sind auch Bestandteil der bundesrätlichen Botschaft über die Förderung von Bildung, Forschung und Technologie in den Jahren 2000-2003 (Art. 172.2).
Die institutionelle Einbindung der IKES
Bei der Erfüllung seiner beiden Hauptaufgaben, der Verteilung von Stipendienmitteln und der Information über das Lifelong Learning Programm / ERASMUS wird die IKES von verschiedenen Seiten unterstützt:
Das Staatssekretariat für Bildung und Forschung (SBF) ist als Mandatgeber für die Finanzierung des gesamten Betriebes der IKES verantwortlich und verwaltet auch das gesamte Budget für die (indirekte) Beteiligung der Schweiz an allen EU-Bildungsprogrammen.
Die Mobilitätsstipendien für Studierende werden der IKES zur Verwaltung übergeben. Dabei wird es von einer Begleitgruppe beraten, welche aus Vertretungen der Hochschulen, des SBF und des Erasmus Student Networks (ESN) besteht.
An den einzelnen Universitäten, Fachhochschulen, Pädgogischen Hochschulen und übrigen höheren Ausbildungsstätten, die sich am Lifelong Learning Programm / ERASMUS beteiligen, ist jeweils eine Mobilitätsstelle für die eigenen Studierenden verantwortlich. Sie übernimmt die Information, Kandidat(innen)auswahl und Stipendienauszahlung für die gesamte Ausbildungsstätte. Einzelne Aufgaben können an die Fakultäten, Institute oder Abteilungen delegiert werden.
Alle Verantwortlichen der Mobilitätsstellen treffen sich mindestens einmal jährlich zusammen mit der IKES zu einer technischen Koordinationssitzung.
Einführung ins Lifelong Learning Programm / ERASMUS
Sokrates war ein Programm der EU zur Förderung der Zusammenarbeit zwischen den EU/EWR-Ländern sowie assoziierten Staaten im gesamten Bildungsbereich. Es wurde 1995 gestartet und trat ab 2000 in seine 2. Phase. Seit dem 1. Januar 2007 hat die Europäische Kommission ihre verschiedenen Bildungs- und Berufsbildungsinitiativen unter einem einzigen Dach, dem Programm für lebenslanges Lernen (2007-2013) zusammengefasst.
Das gesamte Lifelong Learning Programm LLP (COMENIUS, ERASMUS, LEONARDO DA VINCI, GRUNDTVIG) sowie Jugend in Aktion wird von der Generaldirektion Bildung und Kultur der EU-Kommission verwaltet.
Die Schweiz ist seit der Ueberführung des ehemaligen ERASMUS (Abkürzung für European Community Action Scheme for the Mobility of University Students)-Programmes in das Sokrates-Programm im Jahre 1996/97 nur noch als "indirekter Partner" beteiligt, da wir weder bei der EU noch beim EWR mitmachen und vorläufig auch keinen bilateralen Vertrag im Bildungsbereich mit der EU abschliessen konnten. Weitere Informationen zu dieser Situation finden Sie unter "Inter-university cooperation between Switzerland and the EU since 1996".