Direkteinstieg für

Studieren in der Schweiz

Das universitäre Hochschulstudium

1. Vorbemerkungen
2. Die universitären Hochschulen
3. Studienangebote
4. Studienabschlüsse und Studiendauer
5. Zulassungsbedingungen
6. So müssen Sie vorgehen, um in der Schweiz zu studieren
7. Aufnahmeprüfungen für ausländische Studienbewerbende
8. Kosten für ein Studienjahr
9. Stipendien
10. Krankenversicherung
11. Hochschulkalender
12. Weitere Informationen

1. Vorbemerkungen

In der Schweiz existieren 12 universitäre Hochschulen. Nachfolgend die wichtigsten Informationen dazu.

Neben den universitären Hochschulen gibt es weitere Hochschultypen, die hier nicht berücksichtigt werden: Fachhochschulen (8) und Pädagogische Hochschulen (20) sowie Universitätsinstitutionen, die der Bund unterstützt. Dazu gehören vor allem das «Institut universitaire des hautes études internationales et du développement (IHEID)» in Genf, das «Institut Universitaire Kurt Bösch (IUKB)» in Sion und die «Stiftung Universitäre Fernstudien Schweiz» in Brig.

2. Die universitären Hochschulen

Die 12 universitären Hochschulen setzen sich zusammen aus 10 kantonalen Universitäten und 2 Eidgenössischen Technischen Hochschulen. Hier die Liste mit den Links zu den Websites.

Deutsch gesprochen wird an den Universitäten in Basel, Bern, Luzern, St. Gallen und Zürich sowie an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETHZ).

Auf Französisch unterrichten die Universitäten in Genf, Lausanne, Neuenburg und die Ecole Polytechnique Fédérale de Lausanne (EPFL).

In Freiburg, Hauptstadt des gleichnamigen zweisprachigen Kantons, werden die Lehrveranstaltungen auf Deutsch und/oder Französisch geführt.

Seit der Gründung der Università della Svizzera italiana (USI) in Lugano im Jahre 1996 hat auch die italienischsprachige Schweiz eine Universität.

3. Studienangebote

In der Schweiz wächst die Zahl der Hochschulabsolventinnen und -absolventen kontinuierlich. Gleichwohl sind bisher für Studierende mit gültigem Reifezeugnis oder Vorbildungsausweis (siehe Kapitel 5) alle Studienrichtungen frei zugänglich geblieben.

Ausnahme bilden die medizinischen Studiengänge (Humanmedizin, Zahnmedizin und Veterinärmedizin) und die Chiropraktik sowie die Sport- und Bewegungswissenschaften. In den medizinischen Studiengängen und teilweise auch in den Sport- und Bewegungswissenschaften entscheidet Jahr für Jahr die Zahl der Anmeldungen, ob Zulassungsprüfungen durchgeführt werden müssen. Das eingeschränkte Angebot an Studienplätzen ist verantwortlich dafür, dass ausländische Studierende, von Sonderfällen abgesehen, zu den erwähnten medizinischen Studiengängen nicht zugelassen sind. 

Das vollständige Studienangebot: tabellarisch und als Datenbank
Studienangebote mit Englisch als Unterrichtssprache

4. Studienabschlüsse und Studiendauer

Das Studiensystem der universitären Hochschulen der Schweiz ist Bologna-konform in drei Stufen gegliedert: Die erste Studienstufe umfasst 180 ECTS-Kreditpunkte (entspricht drei Jahren Vollzeitstudium) und schliesst mit dem Bachelordiplom ab. Daran schliesst als zweite Studienstufe das Masterstudium an, das 90 resp. 120 ECTS-Kreditpunkte (1 1/2 resp. 2 Jahre Vollzeitstudium) umfasst. Die Doktoratsstufe wird in Umfang und Ausgestaltung von jeder Universität unabhängig geregelt, wobei die Zulassung immer sur dossier und aufgrund individueller Qualifikationen erfolgt (es besteht kein Anspruch, aufgenommen zu werden).

Daneben bieten die Universitäten mit dem "Master of Advanced Studies - MAS" (mindestens 60 ECTS-Kreditpunkte oder ein Jahr Vollzeitstudium) einen Weiterbildungsabschluss an. Der MAS berechtigt nicht zur Dissertation. Für die Zulassung zu einem MAS-Programm ist in der Regel ein grundständiger Masterabschluss einer Universität, Fachhochschule oder Pädagogischen Hochschule erforderlich.

5. Zulassungsbedingungen

a. Zulassung zum Bachelorstudium
Schweizer Hochschulen verlangen von den Studierenden ein eidgenössisch anerkanntes Maturitätszeugnis oder einen gleichwertigen ausländischen Ausweis. Die Hochschulen entscheiden in Eigenregie, welche Ausweise sie akzeptieren. Auf den Seiten des Swiss ENIC finden Sie detailliertere Informationen über die allgemeinen und die länderspezifischen Zulassungsbedingungen sowie über die besonderen Aufnahmeverfahren an einzelnen Fakultäten einiger Universitäten (Zulassung zum Hochschulstudium ohne Maturitätszeugnis). 
Besondere Bestimmungen gelten in den medizinischen und sport- und bewegungswissenschaftlichen Fächern (siehe Kapitel 3).

b. Zulassung zum Masterstudium
Der Eintritt ins Masterstudium setzt ein erfolgreich abgeschlossenes Bachelorstudium voraus. Aus welchen Studienrichtungen Studierende in die Masterstudien aufgenommen werden, erfahren Sie auf uni-programme.ch. Ob ein ausländisches Bachelordiplom einen prüfungsfreien Zugang, einen Zugang mit Bedingungen, einen Zugang mit Auflagen oder keinen Zugang gewährt, entscheidet jede Schweizer Universität selber.

c. Sprachkenntnisse
Die Hochschulen verlangen gute Kenntnisse in den Unterrichtssprachen (siehe Kapitel 2 und die Übersicht unter diesem Link). Vor allem auf Masterlevel bieten die Hochschulen immer mehr Studien in englischer Sprache an.

Zu den Zulassungsbedingungen gehören auch die Aufnahmeprüfungen für Studierende, die über keinen voll anerkannten Zulassungsausweis verfügen (siehe dazu Kapitel 7).

6. So müssen Sie vorgehen, um in der Schweiz zu studieren

Wenn Sie die im Kapitel 5 erwähnten Bedingungen erfüllen, befolgen Sie die nachfolgenden Schritte:

a. Aufnahmegesuch
Kontaktieren Sie fristgerecht die von Ihnen gewählte Hochschule. Die meisten Hochschulen akzeptieren auch Online-Bewerbungen. Einschicken müssen Sie vor allem das Original oder eine beglaubigte Kopie des Zulassungsausweises (Maturität, Abitur etc.) und ein aktuelles Passbild.

b. Einreise und Aufenthalt
Als EU/EFTA-Staatsangehörige melden Sie sich innerhalb von 14 Tagen bei der zuständigen Gemeindebehörde (Einwohnerdienste, Einwohnerkontrolle) Ihres Wohnortes an und beantragen die Aufenthaltsbewilligung.
Nötig sind dazu folgende Dokumente:

  • Persönliches Aufenthaltsgesuch
  • Gültiges heimatliches Reisedokument
  • Aufnahmebestätigung der Hochschule (Immatrikulationsbestätigung)
  • Nachweis, dass die finanziellen Mittel für das Studium gesichert sind (z.B. eine Bestätigung einer in der Schweiz zugelassenen Bank)
  • Nachweis einer Wohnadresse Ihres Aufenthaltsortes
  • 2 Passfotos

Uebrige ausländische Studierende - nicht der EU/EFTA angehörend - setzen sich mit der örtlich zuständigen Schweizer Auslandsvertretung in Verbindung und stellen dort einen Visumsantrag. Wird dem Begehren durch die zuständige Migrations- oder Fremdenpolizeibehörde entsprochen, sind die Voraussetzungen für die Einreise und den studienbedingten Aufenthalt erfüllt. Weitere Informationen beim Bundesamt für Migration.

Studierende ausserhalb der EU/EFTA, die nicht visumpflichtig sind, erkundigen sich über die Einreise- und Aufenthaltsformalitäten bei der zuständigen Schweizer Auslandsvertretung.

7. Aufnahmeprüfungen für ausländische Studienbewerbende

a. Zentrale Ergänzungsprüfungen
Studierende mit einem nicht voll anerkannten ausländischen Zulassungsausweis müssen eine Aufnahmeprüfung bestehen (s. Kapitel 5). Es wird eine Prüfungssession durchgeführt, die von Mitte bis Ende August dauert. Für Studierende, die sich an einer deutschsprachigen Universität einschreiben wollen, wird die Prüfung an der Kantonalen Maturitätsschule für Erwachsene (KME) in Zürich abgenommen, für zukünftige Studierende der französischsprachigen Universitäten am Collège pour adultes Alice Rivaz (COPAD) in Genf. 
Weitere Informationen unter http://www.ecus-edu.ch

b. Universität St. Gallen
Als einzige Hochschule in der Schweiz verlangt die Universität St. Gallen von allen Ausländerinnen und Ausländern eine Zulassungsprüfung. Der Grund: Hier ist der Anteil der ausländischen Studierenden an der Gesamtzahl der Studierenden auf 25 Prozent beschränkt. Von der Prüfung ausgenommen sind ausländische Bewerberinnen und Bewerber mit einer anerkannten schweizerischen Matura.

c. Eidgenössische Technische Hochschulen
Aufnahmeprüfungen für ausländische und für Schweizer Bewerberinnen und Bewerber ohne anerkanntes Reifezeugnis ermöglichen auch die Eidgenössische Technische Hochschule in Zürich (ETHZ) und die Ecole Polytechnique Fédérale de Lausanne (EPFL).

ETH Zürich
Zulassungsstelle
Rämistrasse 101
HG F 21.2-5
CH-8092 Zürich

Ecole Polytechnique Fédérale (EPFL)
AA-EBM CMS, Station 4
CH-1015 Lausanne
+41 (0)21 693 22 95

8. Kosten für ein Studienjahr

Studiengebühren pro Jahr (in CHF)

 

EPFL

ETHZ

BS

BE

FR

GE

LA

LU

NE

SG

ZH

USI

Für SchweizerInnen

1'266

1'288

1'700

1'568

1'310

1'000

1'160

1'620

1'030

2'452

1'538

4'000

Zusätzliche 
Gebühren für 
AusländerInnen

300

600

550

1'800

1'000

4'000

Für AusländerInnen

1'266

1'288

1'700

1'568

1'610

1'000

1'160

2'220

1'580

4'252

2'538

8'000

Lebenshaltungskosten: zwischen CHF 21'000.- und 31'000.- pro Jahr (je nach Studienort und persönlichen Ansprüchen)

Quelle: Webseiten der Schweizer Universitäten, Stand am 07.02.2014

9. Stipendien

Die Schweiz gewährt Exzellenz-Stipendien an junge ausländische Forschende (Doktorat oder Postdoc) und an Kunstschaffende. Eine detaillierte Beschreibung der zu erfüllenden Voraussetzungen, der in Frage kommenden Herkunftsländer, des Bewerbungsvorgehens etc. finden Sie beim: 

Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation SBFI
Ressort Internationale Stipendien
Effingerstrasse 27
CH-3003 Bern
Tel. +41 (0)31 323 26 76

Die Mobilitätsstellen der Schweizer Universitäten informieren über eigene Stipendien für ausländische Studierende.

Weitere Finanzierungsmöglichkeiten (nur in englischer Sprache)

Die Rektorenkonferenz der Schweizer Universitäten CRUS hat keinen Fonds, der es ihr erlauben würde, Stipendien zu vergeben oder Darlehen zu gewähren.

10. Krankenversicherung

Das Krankenversicherungsobligatorium gilt auch für ausländische Studierende, die länger als drei Monate in der Schweiz bleiben wollen. Für Studierende aus Staaten, die eine internationale Leistungshilfe gewähren, entfällt die Versicherungspflicht. Die übrigen Studierenden können von der Versicherungspflicht befreit werden, wenn im Heimatstaat ein gleichwertiger Versicherungsschutz besteht.

Weitere Informationen: 
Für ausländische Studierende: PDF
Für Studierende aus der EU oder dem EWR: Gemeinsame Einrichtung KVG

11. Hochschulkalender

Das akademische Jahr ist in zwei Semester eingeteilt. Im Herbstsemester beginnen die Lehrveranstaltungen in der Woche 38 und dauern bis zur Woche 51, im Frühlingssemester beginnen sie in der Woche 8 und enden in der Woche 22. Detailliertere Informationen finden Sie hier.

12. Weitere Informationen

  •  Broschüre auf Englisch über die Studien in der Schweiz

o "Studying in Switzerland, 2014"
o "Hochschulen und Forschung in der Schweiz, 2013"

  •   Semestra.ch
    "...Tipps und unterhaltsame News für das Leben an und neben den Hochschulen..."
  • Auf der englischsprachigen Website www.studyinginswitzerland.ch finden Sie Informationen für Studierende, die für ihr Studium in die Schweiz kommen möchten, und Informationen für Universitäten, die nach geeigneten Kooperationspartnern suchen. 
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04.07.2014