Das Doktorat befindet sich an der Schnittstelle von Lehre und Forschung und unterscheidet sich damit von den hauptsächlich auf der Lehre basierenden Bachelor- und Mastergraden. Kernstück des Doktorats ist der Erwerb wissenschaftlicher Kompetenz durch einen persönlichen und originären Beitrag zur Forschung. Gleichzeitig sind neben der Entwicklung einer wissenschaftlichen Kompetenz der Erwerb fachlicher, methodischer und transversaler Kenntnisse und Kompetenzen sowie die wissenschaftliche Sozialisation und Netzwerkbildung zentrale Zielsetzungen des Doktorats.
Die Ausgestaltung des Doktorats erfolgt durch die einzelnen Universitäten unter der Berücksichtigung institutioneller und disziplinärer Gegebenheiten. Doktorierende planen und schreiben ihre Dissertation entweder im Rahmen eines "traditionellen" Doktorats oder im Rahmen von "Schulen" oder "Programmen". Dabei haben sie in der Regel Zugang zu unterschiedlichen Bildungsangeboten wie beispielsweise Kurse, Seminarien oder Summer Schools. Die Finanzierung des Doktorats erfolgt häufig über eine Anstellung als Assistenz an einer Universität oder die Projekt-/Programm- oder Personenförderung des Schweizerischen Nationalfonds, aber auch über weitere Quellen respektive Drittmittel.
Die Zulassung zum Doktorat liegt in der autonomen Verantwortung der Universitäten und erfolgt immer sur dossier aufgrund individueller Qualifikationen. Das Doktorat ist auf der Grundlage universitärer Masterstudien konzipiert. Bei hinreichender wissenschaftlicher Qualifikation ist der Zugang auch mit einem Masterabschluss eines anderen Hochschultyps möglich.
Der Doktorgrad verleiht das Recht, den durch die Universität festgelegten Titel Dr. (...) zu tragen, dem als englische Übersetzung PhD entspricht.
Weitere Informationen:
- zur Entwicklung der Doktoratsstufe unter ProDoc
- im Bericht zum Doktorat 2008
An einem Doktorat Interessierte, welche die Zulassungsbedingungen (Master oder gleichwertiger ausländischer Abschluss, ...) erfüllen, entscheiden sich entweder
a) für eine Universität oder
b) für eine Professorin / einen Professor als Doktormutter / Doktorvater (wissenschaftliche BetreuerIn) oder
c) für ein bestimmtes Doktoratsprogramm.
Auf den Websites der Universitäten sind die für eine Entscheidung notwendigen Informationen publiziert. Als Informationsmittel zur Suche einer Professorin / eines Professors kann die zentrale ProfessorInnendatenbank dienen. Die Doktoratsprogramme lassen sich über die unter 'Angebote auf Stufe Doktorat' aufgeführten Datenbanken recherchieren. Wenn der Entscheid nicht für ein bestimmtes Doktoratsprogramm ausfällt, braucht es für eine erfolgreiche Bewerbung in der Regel die Einwilligung einer Professorin resp. eines Professors, die wissenschaftliche Betreuung zu übernehmen. Die Doktoratsstellen der Universitäten informieren über die universitätsspezifischen Bedingungen.