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Freitag, 26. August 2011 15:15

Zulassung aufgrund deutscher Reifezeugnisse: Was hat sich wirklich verändert seit dem Anmeldungstermin Sommer 2010?

(korrigierte Fassung der News vom 23.08.2011)

Verschiedene Medien im In- und Ausland haben in den vergangenen Tagen (z.T. aufgrund missverstandener Informationen aus der CRUS) als Neuigkeit berichtet, die Schweizer Universitäten hätten mit einer Mindestnote die Anforderungen für die Zulassung aufgrund ausländischer Vorbildungsausweise verschärft, um den erwarteten massiven Zustrom von Studieninteressierten aus Deutschland einzuschränken. Zur Klärung bzw. Richtigstellung sei hier festgehalten, was sich gegenüber den Zulassungsregelungen für das Studienjahr 2010/11 tatsächlich verändert hat:

Der Nachweis der Berechtigung, im betreffenden Land zu studieren, kann gemäss Lissaboner Konvention bei Reifezeugnissen  verlangt werden, sofern die Universitäten dieses Landes noch zusätzliche Zulassungsbedingungen kennen. Für das deutsche Abitur hatte die Zulassungskommission der CRUS schon vor drei Jahren als Prinzip formuliert, dass alle Bewerberinnen und Bewerber einen Studienplatznachweis vorlegen müssen, doch dies wurde in den deutschsprachigen kantonalen Universitäten uneinheitlich und in der Regel nur in Fächern umgesetzt, für die in Deutschland ein Numerus Clausus galt.

Im Oktober 2010 haben dann die Zulassungsverantwortlichen der Universitäten im Rahmen der jährlichen Aktualisierung vereinbart, dass ab Anmeldung für das Studienjahr 2011/12 grundsätzlich ein Studienplatznachweis erforderlich ist, wenn im deutschen Reifezeugnis nicht ein Notendurchschnitt von mindestens 2,5 (in Bern und Zürich 2,0) erreicht wurde. Diese gesamtschweizerische Vereinheitlichung trifft also eine grössere Zahl von Studieninteressierten mit deutschem Abitur, aber dafür wurde als vereinfachende Alternative für einen grossen Teil von ihnen die Mindestnote eingeführt. Explizit ausgenommen davon sind – abgesehen vom Sonderfall Medizin und nur an einzelnen deutschschweizerischen Universitäten – bestimmte Fächer mit Kapazitätsengpässen (Psychologie, Medienwissenschaften, Biologie, Pharmazie) sowie die Università della Svizzera Italiana (USI), für die ein Studienplatznachweis obligatorisch bleibt. Für die Zulassung an die ETH Zürich und an die EPF Lausanne gelten weiterhin differenzierte Sonderregelungen, und an der Universität St. Gallen muss seit vielen Jahren mit einer Aufnahmeprüfung die Quote von 25% eingehalten werden.

Die Informationen auf www.crus.ch und den Homepages aller Universitäten wurden bereits im Januar 2011 angepasst. Auf die detaillierte Übersicht zu den gesamtschweizerischen Regelungen und den nach Herkunftsländern spezifizierten Zulassungsbedingungen der einzelnen Universitäten sei hier ausdrücklich verwiesen.


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11.05.2011